Daten aus einem abgelaufenem Band wiederherstellen mit DPM

Ich bekomme einige Mails pro Woche von Lesern die eine spezifische Frage zu DPM oder System Center im Allgemeinen haben. Kleinere Fragen kann ich immer meist schnell beantworten ohne allzu tief in die jeweilige Umgebung einzutauchen. Eine Frage, die immer mal wieder auftaucht, so auch wieder heute, möchte ich heute einen Blogeintrag widmen.

Wie sicherlich den meisten bekannt ist, markiert DPM ein Tape als frei/verfügbar, wenn die Daten darauf abgelaufen sind, also die Aufbewahrungsdauer überschritten ist. DPM löscht das Band nicht sofort, sondern nimmt es einfach wieder her wenn erneut etwas gesichert werden soll.

Jetzt kam gerade eben wieder diese Frage, wie ich Daten von einem expired Tape wiederherstelle. DPM ist ja in diesem Fall auf einem Auge blind. Es weiß zwar was drauf ist, aber wenn ich versuche es eine Wiederherstellung zu starten scheitere ich natürlich, weil diese Recovery Points ja expired sind.

Da gibt es einen einfachen Trick um das zu umgehen:

Man markiert das entsprechende Band als frei.

Dies macht man unmittelbar wieder rückgängig. Damit ist es für DPM ein fremdes unbekanntes Band. Wenn man jetzt einen Recatalog Job startet, dann liest es die Inhalte ein und packt diese als fremde importierte Bandinformationen in den Recovery Tab.

Von hier lässt sich dann die Wiederherstellung starten.

Gründe, warum man Daten von einem expired tape braucht, gibt es zuhauf. Viele heben bestimmte Wochen/Monatsbänder länger auf als die Retention period, sei es aus Compliance Gründen, Sentimentatlität, Übervorsicht etc. etc.

Und natürlich will man dann ja nicht nur das Tape parat haben, sondern auch in der Lage sein diese Daten wiederherzustellen. Mit diesem kleinen Schwindel trickst man DPM aus und kann die Daten restoren.

Dieses Band wird DPM natürlich nicht mehr hernehmen für künftige Sicherungen. Wenn man das Band also wieder recyclen will muss man dann selbst ran und es manuell als frei markieren und/oder löschen.

Tape Drive Cleaning Script

Leider gibt es in DPM2012 keine Möglichkeit eine automatische Tape-Drive Reinigung durchfürhen zu lassen.

Daher hier ein kleines Power Shell Skript was man ganz einfach schedulen kann:
——————————-Begin Script——————————-

$DPMLib = Get-DPMLibrary -DPMServerName DPMSERVERName
$td = Get-TapeDrive -DPMLibrary $DPMLib
Start-DPMTapeDriveCleaning -TapeDrive $td
——————————-End Script——————————-
Einfach als PS1 abspeichern und gut 😉

Single Drive Tape mit DPM

Einer unserer Leser hatte folgende Frage:

Für die Langzeitarchivierung sichere ich auf Band (DPM2010). Gesichert wird auf ein Einzellaufwerk (LTO-3), dessen Kapazität aber  nicht ausreicht. Nach Einlegen eines 2. Bandes wird aber der Job nicht automatisch fortgesetzt, man muss den aus der Überwachung heraus anstoßen (fortsetzen), damit es weiter geht. Kann man das automatisieren?

Ich habe ihm dazu ein Mail geschrieben und will euch hier auch einen Tipp dazu verraten.

DPM schreibt ein Band voll und wartet dann 60 Minuten auf ein freies Tape. Wird in dieser Zeit ein freies Tape gefunden läuft der Job weiter. Andernfalls wird der Job abgebrochen und man muss ihn anschliessend manuell fortsetzen (Resume backup).

Man kann diese Zeit verlängern mit einem Registryeintrag auf dem DPM Server.
Dazu navigiert man in den Tree:
HKLM\Software\Microsoft\Microsoft Data Protection Manager\1.0\Prompting

Timeout für Wartezeit auf freies Tape

und legt hier einen neuen DWORD Wert an namens PromptingTimeOut an.

Dessen Wert in Millisekunden ist dann die neue Definition für die Wartezeit auf Tapewechsel. Anpassen und anschliessend den MSDPM Dienst neustarten.

DPM – OffsiteReady Tapes werden angezeigt für defekte/entfernte Library

Eure Library wurde getauscht und ihr habt eine neue bekommen.
Jetzt tauchen im Tape Management Report ständig Bänder auf, die Offsite Ready sind, aber als Location die alte bereits entfernte Library haben. Damit der Tape Report jetzt nur noch  die neuen Tapes aus der neuen Library anzeigt muss einfach nur der entsprechende Eintrag für das entsprechende Tape in der Datenbank geändert werden.

Also Backup der DPM Datenbank ziehen, Management Studio mit erweiterten Rechten starten und folgendes SQL Skript laufen lassen:

Update [DPMDB].[dbo].[tbl_MM_Media] set location=’0′ where BarcodeValue=’CRC045L3′

Die BarcodeValue natürlich mit dem entsprechenden Tape ersetzen.

Damit denkt DPM dass das Tape nicht mehr in der Library ist, sondern offsite.

DPM 2012 und ‚Replikat inkonsistent‘

Nach dem Rollout von DPM 2012 und der Einrichtung der ersten Windows Server 2008 R2 kam es in einer Umgebung immer wieder zum o.a. Problem:

  • Die Sicherung der Laufwerke und anderer Komponenten wie z.B. Datenbanken klappt wunderbar,
  • nicht jedoch die Sicherung von
    • Bare-Metal-Recovery und
    • Systemstatus

Nach längerem Suchen fanden sich mehre mögliche Lösungen für diese Behebung dieses Problems:

  1. Das Feature ‚Windows-Server-Sicherungsfeatures‘ war nicht installiert. Nur damit erfolgt die Sicherung des Systemstatus 😉
    Schade, dass das von Microsoft beim Rollout des DPM Remote Agent nicht gemacht wird …
  2. In der Datei „%PROGRAMFILES%\Microsoft Data Protection Manager\DPM\Datasources\PSDataSourceConfig.xml“ wird unter <FilesToProtect> vom Windows Sicherungsprogramm das größte gefundenen Laufwerk eingetragen, z.B. in der Form „R:\WindowsImageBackup“. Hier kann es helfen, den Laufwerksbuchstaben auf C: abzuändern.
  3. Unglaublich, aber wahr– einfach ‚mal den DPM-Speicherpooldatenträger überprüfen, ob der nicht voll ist … 😉 Für eine System State Sicherung wird vom DPM ‚mal eben ca. 30 GB reserviert …